Einzelexerzitien #4

Ja heute gehen die Einzelexerzitien zu Ende. 4 Tage, an denen ich in der Einsamkeit dann doch nicht einsam war, da ich mich voll und ganz Jesus Christus hingeben konnte und seinen Ratschlägen folgen.
Verbunden mit der Verarbeitung des Todes meiner Mutter, war es eine spannende Reise auch in die Vergangenheit, die Erinnerungen leidvoll wie auch freudig an die Oberfläche gefördert haben.
Ich habe mich meinen Ängsten und auch meinen Nöten gestellt und mir Gedanken gemacht, wie ich mein weiteres Leben gestalten möchte.

Interessant waren heute die Impulse aus meinem Helfer „Hab keine Angst und fürchte dich nicht“
„Rette mich o Herr, mir steht das Wasser bis zum Hals“, wo es auch um die Frage geht, wie stelle ich mich Schulden, oder schwierigen Themen im Beruf, oder einfach, wie begegne ich der Welt? Ja es ist sicherlich manchmal nicht einfach, Probleme zu lösen, die schon eine Weile bestehen, da muss man sich hinsetzen und nachdenken, und ganz besonders mit Jesus Christus, der als unser Herr und Gott für uns da ist und uns hilft, das wir aus Traurigkeit und Hilflosigkeit wieder einen Weg hinaus finden.
„Hab keine Angst“ aus Jesus Sirach gibt wieder einen Impuls, der mit der Aussage „Das Wort steckt im Leib des Toren, wie ein Pfeil im Schenkel sitzt, er muss unbedingt raus. Doch damit verletzt er andere“
Was will uns das wiederum sagen? Nun Worte können kränken, und es ist schwierig, die Situation dann im Nachgang zu heilen, vor allem wenn Vertrauen missbraucht wurde. Also vorab über die Gedanken etwas mehr sinnen, damit dann die Worte nicht kränkend wirken und der Frieden bleibt.
„Er hat mir alle Angst genommen“ – wer? Jesus! Mit seiner liebenswerten und gütigen Art gibt er Hinweise und setzt Wegweiser neu auf, damit ich nicht straucheln werde. So hat er mir auch meine Ängste in den letzten 4 Tagen genommen. Das Gebet empfand ich als ein starkes Werkzeug, die Arbeit und das tiefe Nachdenken, sprich eine innere Einkehr hat das Gewerk dann noch zusätzlich stark gemacht. Aber kommen wir nun zum bisherigen Ablauf.

Wie üblich begann der Tag mit dem Morgenlob, mit richtigen Kerzen wirkt das ganze nochmals stärker. Gestern hatte ich ja ein Beitragsbild gepostet. Hier und jetzt noch mal das Bild mit ein paar Erläuterungen.

Vor dem Kreuz sitzt in Gedanken versunken ein kleiner Engel. Die Kerze lässt ihn nicht im Dunkeln sitzen, so ist es auch mit uns. Jesus schenkt uns das Licht, das er selbst ist, damit wir nicht im Dunkeln umherstolpern. Rechts neben dem Kerzenständer ist die Muttergottes von Lourdes, die meine Mutter vor über 60 Jahren bei der Wallfahrt nach Lourdes mit der Kirchengemeinde von Ottenhöfen mitgebracht hat. Auch ein 5l Kanister Lourdes Wasser aus der Grotte brachte sie mit und ja es ist noch ein kleiner Rest vorhanden – der ist auch noch nach dieser langen Zeit völlig kristallklar, riecht nicht und schmeckt auch noch.
Links steht eine Figur vom Herz Jesus darunter der betende Jesus im Garten vom Gethsemane, seine Jünger im Hintergrund eher schlafend, was Jesus dann zur Aussage brachte, „konntet ihr nicht einmal eine Stunde wach bleiben, um mit mir zu beten“ Es war eine Ermahnung, denn er wusste ja alles, was geschehen würde und schwitzte Blut und Wasser, aber zur Erfüllung der Schrift musste er sich dem allen stellen. Und so müssen wir uns im Leben unseren Ängsten stellen, der Kelch wird auch an uns nicht vorüber gehen. Im Mittelpunkt der am Kreuz hängende Jesus, der für unsere Sünden gestorben ist, was natürlich nicht heißen soll, dass wir unbeschwert Sünde begehen dürfen. Nein, wir müssen uns an die Gebote halten.

Vor diesem kleinen Gebetsaltar kniee ich mich hin und bete. Es ist ein Rückzugsort vor dem Alltagsleben. Und er hat mir in den letzten 4 Tagen auch Halt gegeben.

Nach dem Morgenlob folgte das Frühstück, dann 3 Kapitel aus dem Büchlein, wie oben beschrieben, lesen. Wirken lassen und Gedanken machen, was für mich das bedeutet. Dann habe ich noch ein wenig aufgeräumt und Dinge entsorgt. Ja und – nun kommen wir zum Beitragsbild – an Zwei FFP2 Masken ging vor dem Aufziehen der Gummi ab, wegwerfen wollte ich die Masken nicht, also überlegt und die Idee gehabt, das ganze anzunähen. Heut Morgen dann an die Nähmaschine meiner Mutter gesetzt, die sie immer gehütet hatte (ist ja auch schon gut 60 Jahre alt das gute Stück). Leider ist meine Mutter nicht mehr da, um mir zu zeigen, wie man da „loslegt“. Kurz überlegt und Maschine betrachtet, dann hatte ich den Dreh raus und hab die 2 abgerissenen Gummienden angenäht. Fühle mich stolz, und überlege mir, was ich noch so nähen kann – langsam mit den wilden Pferden, nix überstürzen – gäbe sicherlich noch Anwendungsgebiete, erst mal Anleitung suchen, dann rantasten und schauen wie es geht…
Nach der Devise, selbst ist der Mann, muss man sich seinen Ängsten auch in dieser Form stellen.

Die Mittagspause war kurz, gab auch nicht viel. Heute mal keine Beschreibung, der Beitrag ist eh schon so lang. Aber ich habe mir nun noch alte Musik Cassetten (MC) auf meinem ersten Kassettenrekorder von Grundig angehört, Da musste man noch umschalten von Fe/FeCr/Cr und es gab einen mechanischen Zähler. Wichtig wenn man ein Lied suchte, mitten im Band. Gut wen man die Zählerstände notierte, dann war es easy… Heute geht das doch voll easy…. Digital spulen, am besten noch mit Computerprogramm Teile rausschneiden und mit anderen Teilen zu einem MixTape zusammenfügen. Ich freute mich auf jeden Fall riesig, dass die Cassetten noch liefen und dass es kein Bandsalat gab.

Gehe nun um 14:00 auf den Friedhof und schaue, was mir der restliche Tag bringt.

Wieder vom Friedhof zurück, musste leider 40 Minuten warten, da es gegraupelt hatte, wie im April das Wetter…. Auf dem Friedhof hab ich dann das Herz „abgeschmückt“ weil es nicht mehr ansehnlich war, lediglich ein Gesteck ist nun noch vor dem Urnengrab.

Auch ein Teil der Trauerverarbeitung innerhalb der Exerzitien. Das wunderschöne Blumenarrangement ist nun bis auf die Basis, die ich aufbewahre, weggeworfen. Ich denke ohne den Urneneinschub, kann man an runden Geburtstagen da was selbst bestücken und hinstellen. Sie wollte in den letzten 4 Jahren nix mehr zum Geburtstag, aber sie immer froh, wenn Menschen gekommen sind, um ihr zu gratulieren, einschließlich meiner Person. Da ist etwas Wahres dran. Was nützen mir teure Geschenke, wenn es an lieben Menschen fehlt.
Author: alex-aaron

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