Gründonnerstag 2022

Heute ist Gründonnerstag – ein Tag von besonderer Bedeutung in der Passion, dem Leidensweg Jesu Christi. Es sind 4 Tage her, seit Jesus mit seinen Jüngern nach Jerusalem unter Jubelrufen eingezogen ist, in Jerusalem wird das Passafest gefeiert, dass an den Auszug der Israeliten aus Ägypten erinnert, noch 2 Tage bis zum Sabbat, wo Ruhe einkehrt. Jesus hat am Tage seine Jünger fortgeschickt, alles für das Passamahl zu richten, wo er mit ihnen gemeinsam feiern will. Er weiß aber, dass dies ein besonderes Mahl wird, da es das letzte sein wird.

Am Abend sitzen die 12 dann zusammen am Tisch und Jesus sagt seinen Jüngern, dass er nur noch wenig Zeit bei ihnen sein wird und sie ihn nicht begleiten können. Die Jünger reden durcheinander, und versprechen ihm immer bei ihm zu sein auch Petrus, worauf Jesus ihm sagt, Du wirst mich bevor der Hahn zwei Mal kräht, drei Mal verraten. Petrus erschrickt und sagt, dass er das niemals machen wird. Nun spricht Jesus „Einer von Euch wird mich heute verraten“ – Und wieder sind die Jünger aufgeregt und frage alle „Nein“ oder „Bin ich es?“ Jesus blickte den Verräter Judas Iskariot an….
Dann nimmt er beim Mahl das Brot, bricht es, reicht es zu seinen Jüngern mit den Worten „Nehmt und esset, das ist mein Leib, der für Euch gegeben wird, tuet dies zu meinem Gedächtnis“, dann nahm er den Becher mit Wein, dankte und sprach „Dies ist mein Blut, der neue Bund, das für Euch und viele vergossen wird“. Nun wendet Jesus sich dem Verräter zu und sagt ihm, „Was Du tun musst, das tue jetzt!“.

Judas steht auf und verlässt das Passamahl, rennt zum Haus des Hohepriesters Kaiphas. Dort begeht er den Verrat an Jesus Christus, denn die Priester und der Hohepriester hatten schon lange nach einer Möglichkeit gesucht, Jesus habhaft zu werden und ihn dann zu verurteilen und zu kreuzigen.

Zwischenzeitlich hatte sich Jesus und der Rest der Jünger aufgemacht zum Ölberg und dort in einem Garten mit Namen Gethsemane zu beten und auf die Verhaftung zu warten. Jesus nahm 2 Jünger mit, die ihn beim Gebet begleiten und unterstützen sollten.
Er sagte zu ihnen „Wachet mit mir“, dann ging er etwas weiter und begann zu beten „Er spürte Angst und sprach „Vater, wenn es möglich ist, diesen Kelch von mir zu nehmen, tue es, aber nicht mein Wille geschehe, sondern Dein Wille“. Er kam zurück und fand die Jünger schlafend. Er weckte sie auf mit den Worten „Könnt ihr nicht einmal eine Stunde mit wachen?!“ Daraufhin ging er wieder betete noch kraftvoller, bis anstatt Schweiss, Blut auf seiner Stirn kam“.

Dann ging er wieder zurück und fand die Jünger wieder schlafend, er weckte sie und ging mit ihnen zurück. Von Ferne sahen sie dann die Wachen des Tempels, die Priester und Judas.
Judas kam auf Jesus zu, küsste ihn auf die Wange – das war das Zeichen, dass vereinbart wurde, um den richtigen festzunehmen – Jesus sagte zu ihm „So verrätst Du den Menschensohn“
Die Wachen nahmen Jesus fest, Einer der jünger nahm sein Schwert und hieb einem Soldaten das Ohr ab.
Jesus ging dazwischen, beruhigte alle und heilte dem verletzten Soldaten das Ohr.
Dann führten sie ihn ab. Die Jünger waren so voller Angst, dass sie sich in alle Winde zerstreuten. Jesus wurde in den Hof des Hohepriesters Kaiphas gebracht und dann in sein Haus. Petrus war der Menge in sicherem Abstand gefolgt und ging dann auf das Lagerfeuer zu, wo sich Gesinde und Diener versammelt hatten. Eine Frau sprach ihn an, „Du warst Doch auch beim Jesus!“, dieser erwiderte „Nein Weib, ich weiss nicht was Du sagst“ – da krähte der Hahn. Petrus erschrak. Kurze Zeit später sprach ihn ein Diener an und sagte „Dich hab ich auch bei Jesus gesehen!“ – „Nein, Du musst mich verwechseln“. Petrus ging weiter, bis eine weitere Frau ihn ansprach „Du bist sicher einer seiner Anhänger, dass weiß ich!“. Da sagte Petrus „Nein, ich kenne diesen Mann nicht“ – da krähte der Hahn das zweite Mal. Petrus erschrak so arg, dass er aus dem Hof fortrannte.

Eine interessante Geschichte, will man meinen. Ein Krimi ist weniger spannend. Es geht um Freundschaft, Gemeinschaft, Verrat und Lügen. Alles was auch heutet jeden Tag zu beobachten ist. Wie müssen sich die Jünger gefühlt haben, als Jesus offenbarte, dass er nur noch wenig Zeit bei ihnen ist und einer von ihnen – aus diesem innersten Kreis der Gemeinschaft – Jesus verraten würde. Warum eigentlich? Macht? Erbschaft? Land? Nein, weil Jesus nicht in das Bild passte. Da kommt ein Mensch – ja ein Mensch – nach Judäa, Galiläa, Samarien, Jerusalem und redet darüber, dass Gott alle Menschen liebt, ja er übt indirekt Gericht, in dem er eine Ehebrecherin, die nach dem Mosaischen Gesetzt (dass dieser von Gott bekommen hatte) zu Steinigen wäre, mit den Worten an die „Richter“ „Wer von Euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein“ schützt, da hier niemand dies zugeben kann, ohne Schuld, also Sünde zu sein.

Die Priester von Jerusalem waren sicherlich nicht dumm, sie waren gelehrt und kannten die Gesetze bestens, aber sie konnten nicht akzeptieren oder wahrhaben, dass da ein Mensch daher kommt und von sich behauptet Gottes Sohn zu sein und der Messias! Das Volk wiederum war hier eher geneigt, das zu glauben, hatten aber Angst vor den Priestern, da die Priester für das Wohl des Volkes verantwortlich waren und auch durch das Gebet im Tempel die Mittlerrolle zu Gott innehatten.
Jesus konnte durch die Wunder, die er immer wieder vollbrachte, die Balken von den Augen seiner Widersacher nicht entfernen, was er auch wusste, es stand ja auch in der Schrift, die zu erfüllen es galt.
Aber was sehen wir heute? Wir hören die Passion, wir feiern den Gründonnerstag so, wie wir es uns heute vorstellen. Gehen wir doch mal heute Abend in einen Garten. Das Wetter sollte klar sein, die Temperaturen nicht so angenehm, aber beten wir einmal unter dem Sternenzelt. Was wir beten, dass ist nicht vorgeschrieben, wenn wir uns einfach mit Gott Vater unterhalten. Ihn bitten, unsere Kelche, die wir alle haben von uns zu nehmen und Für das Ende des Blutvergießens in der Ukraine und auch in Israel bitten. Das ist die Waffe, die wir Christen haben. Jesus Christus hatte damals friedlich eingegriffen und hat den Soldaten das Ohr wieder angebracht und geheilt. So dass es zu einem sinnlosen Konflikt kam. Das Gebet ist ein mächtiges Werkzeug, es muss nur vom Herzen kommen, dann entfaltet es seine Wirkung.

Amen

Author: alex-aaron

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