Was kann Kirche? Reflexion

Interessantes Thema, das mir heute morgen wieder in den Sinn gekommen ist. Warum? Nun Die Menschen bewegt eine Erneuerung der Kirche im Sinne von
– Aufarbeitung der Mißbrauchsfälle
– Öffnen der Kirche für Laien (Verwaltung, Liturgischer Dienst)
– Frauendiakonat und Frauenpriestertum (Katholische Kirche)
– Mitspracherecht bei Wahl des Bischofs
– etc.

Um nun die Fragen zu den oben genannten Stichpunkten beantworten zu können, müssen wir zunächst die Frage „Was kann Kirche?“ beantworten können!
Anders ausgedrückt, was leistet Kirche heute? wo sind die Stärken und wo die Schwächen?
Kirche heute ist eine Institution von Menschen meist im Mittleren und hohen Alter. Junge Menschen und junge Erwachsene findet man nur noch in wenigen Regionen ausreichend. Was sind die Gründe hierfür? Plötzlich ist die Leine weg, die sich als Glaubensfaden durch unser Leben zieht. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt ist Kirche als Gemeinschaft noch interessant, dann aber geht die Bindung verloren, und kommt vielleicht zur Hochzeit / Taufe wieder zu kurz zu Stande. Durch die meist lange Abstinenz versteht man Abläufe und Traditionen nicht mehr richtig und hat auch nicht die Zeit, sich damit auch noch auseinander zu setzen. Es ist auch schwierig wieder Fuß zu fassen, um in der Gemeinschaft das „Wohlfühlen“ neu zu erleben. Seelsorger sind auch nur schwer zu erreichen, um bei einem persönlichen Gespräch wieder der Kirche näher zu kommen. Jesus Christus kann ich ja überall im Gebet begegnen – im Garten, im Haus, auf der Arbeit in einer Kirche – aber das persönliche Gespräch, wo ich meine Nöte einem anderen vertrauenswürdigen Menschen anvertrauen kann, das ist oft nicht möglich oder erst dann, wenn das Herz schon wieder verschlossen ist.
Die Seelsorge vor Ort ist eine der wichtigsten Positionen. Sie kann Menschen wieder aufrichten, Mut zu sprechen, aus dem dunklen Tal gemeinsam wieder hinausfinden.
Es muss wieder attraktiv werden, als Diakon oder Priester seiner Berufung zu folgen – die Berufung, die man im innersten spürt, die wie ein Feuer lodert, an dem man sich aber nicht verbrennt.
Zölibat hin oder her – das darf nicht der Berufung im Wege stehen, wenngleich die Menschen, die in Orden organisiert sind (Mönche und Nonnen) sich das Zölibat ins Buch geschrieben haben, also niemandem anders als Jesus Christus allein zu gehören.
Kirche kann uns auch führen und gerade mit den Alten – heute verpönten – Liedgut wieder dem Glaubensweg näher zu bringen. Sicherlich sind die Lobpreislieder heute mit viel Pepp und richten unseren Geist – gerade den jungen Geist – auf. Aber die Gregorianischen Gesänge, vermitteln die höchste Spiritualität um mit Gott eins zu werden. Daher gehört zu einem modernen Gottesdienst auch solches Liedgut mit hinein, Vielleicht mit einer kleinen Einführung über die Entstehung und des Wesens dieses Liedes.
Nun mal zurückzukommen auf die Stichpunkte von oben. Aktuell sind neben Aufarbeitung Missbrauchs Vorfälle, Öffnung von Ämtern für Laien und Frauendiakonat, Mitspracherecht bei der Wahl von Bischöfen, große Themen in der katholischen Kirche. Kirchenaustritte so viele wie noch nie. Man weiß nicht, wie man gegensteuern soll/kann. Ich stelle meinen Standpunkt hier mal klar heraus.
Missbrauchs Vorfälle sind Geschichte, sie sind passiert, müssen aber lückenlos aufgeklärt und vor allem in der Seele verarbeitet werden. Viele der „Täter“ leben zum Teil nicht mehr oder sind krank. Die Phrase, dass über alle das Gericht tagt und das Urteil von Gott selbst gesprochen wird, macht das Geschehene nicht mehr ungeschehen. Aber Das irdische Schuldeingeständnis kann zumindest ein kleines Pflaster auf die verletzte Seele aufbringen. Seien wir einmal ehrlich. Was bringt es denn wirklich, wenn jeder Fall öffentlich behandelt und geurteilt wird? Ich möchte hier keinen Täterschutz auftun! Die Opfer bekommen Geld, der Schuldige Gefängnis. Gut – dafür geht das alles durch die Presse, irgendwie wird man aufgespürt und alles wird so richtig in den Schlamm gezogen. Wäre es da nicht einfacher, dass sich Täter und Opfer nochmals sehen und es zu einer Aussprache kommt, bei dem die Entschuldigung, das Bedauern und die Bitte um Vergebung in vorderster Linie stehen!?
Was würde Jesus hier tun? Zu diesem Punkt Abschließend meine persönliche Einschätzung. Die Kirche hat, tut dies vielleicht noch immer, versucht Vorfälle zu vertuschen. Betroffene Geistliche und Ordensleute wurden gemaßregelt und versetzt, wo sie vielleicht wieder „aktiv“ wurden. Hier wäre es richtig gewesen,
die betroffenen aus dem geistlichen Stand/Orden sofort zu entlassen und sie der Gerichtsbarkeit zu übergeben. Der Schaden wäre für die Kirche als solches geringer gewesen. Wer in einem Unternehmen „Mist“ baut, wird auch entlassen und ggf. vor Gericht gestellt.
Vertuschen ist gleich Lüge und diese kommt über kurz oder lang ans Tageslicht.
Noch einen Impuls an alle Opfer von Missbrauch, Jesus Christus ist unser Freund, er kann verletzte Seelen durch das Gebet zu ihm wieder heilen. Er ist derjenige, der für uns immer da ist und uns immer zuhört, ihm können wir unsere Sorgen mitteilen.

Thema Frauendiakonat und Frauenpriestertum. Als Mann stehe ich nun zwischen den Stühlen. Priestertum kenne ich als Katholik nur als Männerberuf, bei den Evangelischen, Anglikanischen… gibt es da auch Frauen. Wenn ich mir einige Beispiele aus der Kirchengeschichte anschaue, wo Frauen Sprachrohr für die Kirche waren – Hildegard von Bingen, Thersia von Avila, Edith Stein…. da muss ich zugeben, dass es von Jesus Christus berufene Frauen waren. Ja und Maria Magdalena dürfen wir nicht vergessen, die mit Jesus und anderen Frauen durch’s Land gezogen ist. Viel weiß man von ihr nicht, aber Jesus hat sie nicht abgewiesen und zurückgeschickt. Und die vorher genannten Frauen war in ihrer Zeit auch dafür bekannt (Hildegard von Bingen), der männlichen Dominanz ein paar Worte hinzuwerfen.

Aber wie beim Männerdiakonat und Priestertum, gilt, die innere Berufung heißt der Schlüssel. Das lodernde Feuer im inneren, das nicht verletzt, aber dennoch die Wirkungskraft des Heiligen Geistes spürbar macht. Die Verkündigung des Evangeliums, die diakonische Nächstenliebe und der demütige Dienst vor und für Gott für die Gemeinde, ist der Inhalt dieses Brennens.
Niemals darf es um die vermeintliche „Befreiung“ der Frauen gehen. Heute schon leisten Frauen in der Kirche einen wertvollen und verantwortungsvollen Dienst. Wenn es der Wille Gottes des himmlischen Vaters ist und von Jesus Christus seinem eingeborenen Sohn unseren Herrn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit uns lebt und herrscht, dann wird dieses Brennen auch auf die Frauen übergehen.
Sicher ist aber auch eines. Es darf zur „Erfüllung“ nicht dazu kommen, dass sich die Kirche nochmals spaltet. Das ist auch ein Zeichen der Uneinigkeit. Und wie ein trotziges Kind sich gegen seine bisherigen Freunde auflehnt, so sehe ich die Gefahr, dass die Bestrebungen wider die römisch-katholische Kirche in Rom, dazu führen könnte, dass eine neuerliche Spaltung vollzogen wird. Hier muss der Geist auf uns alle herunterkommen und uns führen auf dem Glaubensweg.

Das soll es für heute sein. Amen

Author: alex-aaron

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.